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Artikelbild FC St. Pauli Girlz & Simba Queens: Austauschprojekt mit Frauenfußballteam aus Tansania

FC St. Pauli Girlz & Simba Queens: Austauschprojekt mit Frauenfußballteam aus Tansania

Am Samstag war es soweit: Endlich ging es für uns los! Am ersten Tag der Vorbereitung steht die Interkulturalität im Vordergrund. Bei einer historischen Einführung werden die Fakten geteilt. Wir sprechen über die Kolonialzeit: Dass das Land und die Menschen in Tansania unter deutschen sowie englischen Kolonialmächten zu leiden hatte, wird schnell ersichtlich. Außerdem sprechen wir über die kulturelle Vielfalt im Land, die sich aus der Fülle an verschiedenen Ethnien ergibt, die im Land leben. Besonders spannend finden wir die Fragen zur Rolle der Frau* im Land. Welche Rechte haben tansanische Frauen* in ihrem Land? Wie kann es sein, dass es einem Mann* rechtlich erlaubt ist, seine Frau* zu schlagen? Wie arbeiten die Frauen* zusammen, um für mehr Gerechtigkeit zu sorgen?  Das Thema ist so aufwühlend und spannend, dass wir fast die Pause vergessen.

"Was ist eigentlich Kultur?"

Der zweite Teil des interkulturellen Workshops ist verschiedenen Themen vorbehalten. Wir sprechen über Armut und was wir darunter verstehen und was es bedeutet, in Tansania arm zu sein. Zum größten Teil steht am Nachmittag aber die Auseinandersetzung mit dem Kulturbegriff und vermeintlich typisch deutscher und tansanischer Kultur im Vordergrund. Wo haben wir verschiedene Sichtweisen untereinander, obwohl wir alle im selben Land leben? Und welche Traditionen und Gepflogenheiten gibt es in der tansanischen Kultur? Zum Abschluss besprechen wir einen Logo-Entwurf, der auf unsere T-Shirts gedruckt werden soll. Außerdem planen wir ein Drehbuch, denn wir wollen für die Simba-Queens ein Kurz-Video drehen. Gefilmt wird am nächsten Tag auf dem St. Pauli-Gelände, wo wir am Sonntag in den zweiten Tag der Vorbereitung gehen.

Gender Equality

Der nächste Tag ist ganz dem Thema Geschlechtergerechtigkeit gewidmet. Zum ersten Teil des Tages haben wir femrep e.V. eingeladen. Was ist der Unterschied zwischen Gender und Geschlecht? Wir befassen uns mit Frauen* in der Politik, Wirtschaft und Werbung und den Frauen*rollen in der Filmindustrie. Warum gibt es kaum mehr als eine weibliche Hauptrolle in Filmen? Und wenn doch: Warum wird sich dann immer über die Männer* unterhalten? Der zweite Workshop wird geleitet von Dany, die unter anderem die Ausstellung „Fan.Tastic Females“ mit organisiert hat. Wir befassen uns mit stereotypischen Vorstellungen zum Fußball und entwickeln unsere eigene „Wall of Shame“, auf der wir alle Vorurteile, frauenfeindlichen und sexistischen Sprüche unterbringen, die wir uns immer wieder anhören müssen: „Du spielst ja richtig gut!... Für ein Mädchen.“

Am Ende des zweiten Tages basteln wir eine „Wall of Hope“: Was muss sich auf Team-, Abteilungs-, Vereins- und Verbandsebene verändern, damit Frauen im Fußball gleichberechtigt behandelt werden? Wir wünschen uns mehr Austausch, gleiche Bezahlung, mehr Wertschätzung und vor allem: Mehr Sichtbarkeit. Denn ja, wir spielen richtigen Fußball! Warum heißt es dann MANNschaft? Wir sagen Team. Geschlechtergerechte Sprache ist nur ein Teil von vielen den es braucht, um auf die ungerechte und ungleiche Situation zwischen Männern und Frauen im Fußball und jenseits des Sportes aufmerksam zu machen.

Kiswahili für Anfänger*innen

Am letzten Tag der Vorbereitungsphase am 27.06. rückt der Austausch schon um Einiges näher: Wir bekommen Spontanbesuch von Thurid, die uns die Grundlagen der Amtssprache Kiswahili beibringt, bevor wir uns dem gemeinsamen Programm für die erste Phase des Austausches in Hamburg widmen. Von Viertelerkundung und Stadionführung über einen Besuch der Frauen-Freiluft-Galerie bis hin zu einem Workshop nach dem anderen, ist wirklich alles dabei. Oh, und wir wollen natürlich ganz viel Fußball spielen. In diesem Sinne: „Safari njema!“ – Gute Reise, Simba Queens! Wir sehen uns am 15. Juli in Hamburg!

 

Mehr Infos zum Austauschprojekt findet ihr hier.

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