Das Ausbildungsprojekt

"Sportlich wir - beruflich Sie. Gemeinsam ausbilden". Mit diesem Slogan startete am 01.08.2006 das Ausbildungsprojekt des FC St. Pauli. Auf wohl einzigartige Weise wird der Verein damit neben der sportlichen auch seiner sozialen Verantwortung gegenüber den Jugendlichen gerecht. In Kooperation mit Hamburger Unternehmen und Institutionen durchlaufen die Spieler diverse Berufscoachings, um Neigungen und Stärken des Einzelnen festzustellen, die bei der Entscheidung für einen Ausbildungsberuf entsprechend berücksichtigt werden.

 

Das Konzept

Unter dem Motto "You'll never work alone" ging das Ausbildungsprojekt des FC St. Pauli 2006 an den Start. Mit einem breiten Netzwerk im Rücken werden die Nachwuchsspieler des Vereins beim Aufbau ihrer dualen Karriere gefördert und gefordert. Denn nur wenige werden später ausschließlich mit dem Ball ihr Geld verdienen.

Natürlich glaubt jeder Jugendspieler an den großen Durchbruch. Nächstes Jahr zu den "Hells Bells" ins tosende Millerntor-Stadion einlaufen, kurz darauf die Angebote aus der Bundesliga sondieren, um dann über die Champions-League endgültig den Nationaltrainer von einem Stammplatz zu überzeugen. Aber warum sich dann überhaupt noch um die Schule und eine berufliche Ausbildung bemühen? Weil bekanntlich nicht jeder, der sportlich hart an sich arbeitet, ein Profi wird!

Damit der eigene Nachwuchs unbeschwert aufspielen kann, begleitet der FC St. Pauli seine Jugendspieler schulisch und beruflich. Die AFM gründete ein Netzwerk mit Hamburger Unternehmen, das bei der Vermittlung von Ausbildungsplätzen behilflich ist. Konkret umfasst das Angebot des Projekts "FC St. Pauli – Dein Ausbildungspartner" Infoveranstaltungen, Bewerbungscoaching und Vermittlung zu Partnerunternehmen sowie die Begleitung der Spieler während ihrer Ausbildungszeit.

Eine Investition, die sich in den Augen von Fußballprofi Timo Schulz sehr lohnt: "So kann der Verein Pluspunkte bei Jugendspielern und Eltern sammeln und sie auf diesem Wege an St. Pauli binden", lobt der Pate des Ausbildungsprojekts.

Das Projekt zeigt bereits breite Wirkung. Immer mehr Nachwuchsspieler schaffen sich ein zweites Standbein und basteln wie selbstverständlich an ihrer dualen Karriere. Andererseits können Hamburger Unternehmen auf der Suche nach leistungsstarken und passgenauen Auszubildenden mit Hilfe des Projektes fündig werden.

 

Fußball und was noch? Ausbildungsförderung für Jugendspieler

Von Felix Hoffmann

Wer als Nachwuchsfußballer bei einem Proficlub gelandet ist, hofft auf die große Spielerkarriere. Doch die wenigsten schaffen den Sprung. Beim FC St. Pauli hat man deswegen ein Ausbildungsprojekt ins Leben gerufen.

Es ist ein kalter Winterabend in Hamburg. Auf einem schneebedeckten Fußballplatz trainiert die A-Jugend des FC St. Pauli. Die in braune Trainingsanzüge gekleideten Kicker spielen sich unter dem Kommando von Trainer Joachim Philipkowski die Bälle hin- und her. Einer von ihnen ist Sascha Kuzmanov. Der 18-jährige Junge mit den blonden, hochgegelten Haaren spielt im Angriff und hat in der Hinrunde der Saison 2008/2009 in der Junioren Bundesliga fünf Tore erzielt. Sein großer Traum: "Mein Vorbild ist der spanische Angreifer Fernando Torres, einer der besten Stürmer der Welt. Ich würde gerne einmal mit ihm zusammen stürmen." Die ersten Schritte dafür sind gemacht. Einen Anschlussvertrag für die U23 hat er bereits, von da aus soll es am besten in den Profikader des Zweitligisten gehen. 

Berufsausbildung als zweites Standbein

Doch Kuzmanov weiß, dass im Fußballgeschäft nichts sicher ist. Kein Nachwuchsspieler kann davon ausgehen, tatsächlich einen Profivertrag zu bekommen. "Wenn man sich verletzt, oder irgendetwas anderes Schlimmes passiert, dann hat man nichts in der Tasche. Deshalb ist es besser, wenn man sich bewirbt und eine Ausbildung anstrebt", sagt  er. Weil das auch die Verantwortlichen beim FC St. Pauli wissen, unterstützt der Verein seine Jugendspieler bei der Berufsfindung, damit sich jeder ein zweites Standbein aufbauen kann. Für die jungen Kicker steht dafür Birgit Voigtländer als Ansprechpartnerin zur Verfügung. Die 36-Jährige ist Koordinatorin des Ausbildungsprojekts. 

Hilfe von der Bewerbung bis zur Ausbildungsplatzsuche

Wenn die Spieler sechzehn Jahre alt sind, taucht sie erstmals nach dem Training in der Umkleidekabine auf und stellt sich vor. Es folgen eine Informationsveranstaltung und Einzelgespräche. Die Frau mit den langen, blonden Locken und dem sympathischen Lächeln im Gesicht hilft jedem Spieler, wo es geht: Sie erarbeitet mit ihnen Bewerbungsmappen, vermittelt Praktika und sucht nach einem passenden Unternehmen oder einer Schule. Dafür gibt es einen großen Pool mit rund 40 Betrieben, die mit dem Club zusammenarbeiten. Die Firmen müssen zwar Rücksicht auf Trainingszeiten und Spieltermine nehmen, bekommen dafür aber auch Auszubildende mit ganz speziellen Qualifikationen, so Voigtländer: "Teamfähigkeit, Konfliktfähigkeit, Zuverlässigkeit, pünktlich zu sein. Das haben die Spieler schon auf dem Trainingsgelände gelernt. Wenn ich zu spät komme oder unzuverlässig bin, dann sitze ich auf der Bank." Auch deswegen ist die Nachfrage nach den Spielern auf Unternehmensseite groß. 

FC St. Pauli: Clubs stehen in der Verantwortung

Das gesamte Projekt lässt sich der FC St. Pauli rund 10.000 Euro pro Jahr kosten, das Geld kommt über Fördermitgliedsbeiträge in die Kasse. Nur wenige Vereine in Deutschland unterstützen ihre Nachwuchsspieler in diesem Bereich so umfassend wie die Hamburger. Hoffenheim und Freiburg gehören dazu. Bei den meisten Clubs spielt das Engagement aber eine untergeordnete Rolle. Auch beim Deutschen Fußball Bund ist dieser Bereich bislang kein großes Thema. Zwar untersucht und bewertet der DFB regelmäßig die Qualität der Nachwuchsarbeit jedes Vereins, doch die Ausbildungsförderung ist dabei kein Kriterium. Das müsste sie aber, meint man beim FC St. Pauli, schließlich hätten die Clubs eine Verantwortung ihren Spielern gegenüber. Wer es als junger Mensch auf dem Fußballplatz nicht schafft, dürfe nicht in ein Loch fallen.   Sascha Kuzmanov wird das sicher nicht passieren, er hat einen Ausbildungsplatz zum Industriekaufmann bekommen.

 

 

Vorteile für unsere Jugendspieler

  • Sportliche Ausbildung im Nachwuchsleistungszentrum
  • Begleitung der schulischen Ausbildung
  • Berufsorientierung
  • Erstellen eines Persönlichkeitsprofils
  • Vermittlung von Ausbildungs- und Praktikumsplätzen
  • Bewerbungscoaching
  • Empfehlungsschreiben an das Unternehmen
  • Kooperative Begleitung der betrieblichen Ausbildung

Vorteile für Unternehmen

  • Leitungsorientierte Bewerber mit hoher sozialer Kompetenz
  • Hohe Eigenmotivation der Jugendspieler durch klare Zielsetzungen
  • Passgenaue Auszubildende für Ausbildungsbetriebe
  • Kooperative Ausbildung auf sportlicher und beruflicher Ebene
  • Beständige und engagierte Ansprechpartner
  • Positive Unternehmensdarstellung durch vereinseigene Medien
  • Langfristige Kooperation mit einer starken Marke, dem FC St. Pauli v. 1910 e.V.

Portrait Birgit Voigtländer

Diplom-Sozialwissenschaftlerin Birgit Voigtländer coacht die Jugend

Seit 2007 aktives AFM – Mitglied und seit vielen Jahren dem FC St. Pauli als Fan verbunden. In der AFM koordiniert sie das Ausbildungsprojekt.

Die Diplom-Sozialwissenschaftlerin arbeitet seit acht Jahren als Personalmanagerin im Bereich Ausbildung und Personalentwicklung verschiedener internationaler Unternehmen. In ihrem Beruf hat sie vielseitige Erfahrungen in der Auswahl und Entwicklung von Auszubildenden gesammelt.

Sie weiß, wie "Personaler" Bewerbungsunterlagen beurteilen, worauf es beim Vorstellungsgespräch ankommt und welche Anforderungen an den Auszubildenden während der Berufsausbildung gestellt werden. Als Personalentwicklerin ist sie zudem geübt darin, Potenziale zu erkennen und zu fördern.

Seit 2007 coacht sie neben ihrem "Fulltimejob" die Jugendspieler des FC St. Pauli. Sie hilft, einen passenden Ausbildungsplatz zu finden, unterstützt bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen und trainiert mit den Nachwuchsspielern Bewerbungsgespräche. Darüber hinaus begleitet Birgit Voigtländer die vermittelten Spieler während ihrer Ausbildung. Bei Fragen rund um die duale Karriere sorgt sie somit für den "kompletten Spielertypen", der sowohl sportlich als auch beruflich weiß, wo es für ihn langgeht.

 

Kontakt

Birgit Voigtländer
Projektkoordination
Tel.: 0174 / 167 90 82
Birgit.Voigtlaender@fcstpauli.com

Claus Teister
Sozialpädagogische Betreuung NLZ
Tel.: 0179 / 921 37 70
Claus.Teister@nlz.fcstpauli.com

 

 

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Montag 06. of September 2010 Die AFM hat über 7.500 Mitglieder!

Heute hat die AFM eine weitere Schallmauer durchbrochen. Nunmehr 7.527 AFM-Mitglieder helfen uns, unsere Projekte im Nachwuchsbereich weiterhin und in einem noch größeren Rahmen fördern zu können.Schließlich finanzieren wir mit...

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