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St. Depri – wir sind immer für uns da

Entstanden aus einem Gefühl der Macht- und Hilflosigkeit war St. Depri ursprünglich für einige Gründungsmitglieder wohl ein Werkzeug zu aktiver Trauerarbeit. Schnell waren andere Mitstreiter_innen gefunden, die auf die ein oder andere Art und Weise mit Depression oder Depressiven in Kontakt gekommen waren und schließlich grübelten fünfzehn Leute über einen möglichen Namen der neuen Initiative.

Es sollte etwas sein, mit dem sich alle identifizieren können; es sollte griffig sein und gerne auch zum Schmunzeln. „St. Depri“ und „Wir sind immer für uns da“ waren ursprünglich zwei separate Namensvorschläge, erst zusammengesetzt klangen sie richtig. Dass es Menschen geben würde, die sich an diesem Namen stoßen, das war den InitiatorInnen von Anfang an bewusst, aber das ist es, was viele von uns sind – St. PaulianerInnen und depressiv…

Es gibt bereits so viele Hilfsangebote für Menschen mit psychischen Krankheiten, insbesondere Depressionen: Psychiater, tiefenpsychologische, analytische und Verhaltenstherapeuten, geschlossene und offene stationäre Kliniken, ambulante Kliniken, Tageskliniken, Telefonseelsorgen, Selbsthilfegruppen. Warum also eine weitere Einrichtung, die Menschen mit depressiven Erkrankungen Hilfe anbietet? – Ganz einfach: weil wir St. Paulianer sind und wir immer für uns da sind; weil der Fanladen kuscheliger und vertrauter ist, als das Wartezimmer einer Klinik; weil es in einem vertrauten Umfeld wie dem Millerntor vielleicht leichter fällt, um Hilfe zu bitten; weil es doch schön wäre, wenn dann jemand da wäre, der einem zuhört; weil wir um die Schwierig- und Langwierigkeit wissen, Zugang zu professioneller Hilfe zu erhalten und daher versuchen wollen, genau hier anzusetzen..

Mit einer Plakataktion will St. Depri darauf aufmerksam machen, dass Menschen mit depressiven Erkrankungen überall sind; dass sie auch neben uns im Stadion stehen; dass sie viele sind; dass sie wissen, was es bedeutet, Angst zu haben, traurig zu sein, allein zu sein, sich selbst verletzen zu wollen, nicht mehr leben zu wollen. Genau so offen, wie diese Menschen ihre Gesichter zeigen, so offen sollte das Thema Depression besprochen werden, genau so einfach ist es, um Rat und Hilfe zu bitten.

Wer mitarbeiten, sich informieren oder um Hilfe bitten möchte, kann dies über www.st-depri.de oder den Kontakt info@st-depri.de oder persönlich an jedem dritten Donnerstag des Monats ab 19:30 Uhr im Fanladen St. Pauli.